Wirksamkeit


 

Viele Patienten, denen zu psychotherapeutischer Unterstützung geraten wird sind skeptisch, wenn nicht sogar ablehnend. Den meisten stellt sich die Frage, ob Psychotherapie überhaupt hilft.

Erstens: Die eindeutige Antwort ist JA! Psychotherapie wirkt!

Im Lauf der letzten 30 Jahre gemachte wissenschaftliche Untersuchungen haben übereinstimmend gezeigt,dass Psychotherapie bei 8 von 10 Personen zu deutlichen – und anhaltenden – Verbesserungen führt.

Zweitens: Ein gutes Ergebnis ist vorhersehbar, die meisten Veränderungen vollziehen sich eher früh als spät.

Es ist also wichtig, Patienten zu frühzeitigen Rückmeldungen zu ermutigen, um ein gutes Ergebnis zu garantieren. Langanhaltenden Lebensveränderungen benötigen natürlich ihre Zeit, doch wenn sich nach den ersten Sitzungen keine Veränderungen einstellen, so sollten Sie das deutlich ausdrücken.

Drittens: Trotz der generell festgestellten Wirksamkeit von Psychotherapie brechen etwa 50% die Therapie vorzeitig ab.

Damit nehmen sich diese Menschen eine gute Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Sollten Sie also mit dem Gedanken spielen, die laufenden Therapie zu beenden, teilen Sie dies bitte offen mit. So können wir entweder die angewandte Methode oder die Häufigkeit ändern, oder wir können gemeinsam einen anderen Therapieplatz finden.

Viertens: Es erscheint wesentlich wichtiger, wer die Therapie macht (bis zu neunfacher Unterschied), als welcher Ansatz gewählt wird.

Es scheint also zunehmend unwichtiger, ob der Therapeut einem verhaltenstherapeutischen, einem tiefenpsychologischen oder einem anderen Ansatz folgt. Wichtig ist es, eine gute, vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufzubauen und den Prozess wachsam zu begleiten.

In den von mir begleiteten Prozessen lege ich darum großen Wert auf eine offene Gesprächskultur. Ich ermutige meine Patienten zu aktiven Rückmeldungen und frage (mit einfachen Fragebögen) zu jedem Gespräch sowohl die Veränderungen seit der letzten Sitzung (zu Beginn) als auch zum aktuellen Gesprächsverlauf (am Ende) ab. Hieraus ergibt sich eine wissenschaftlich anerkannte Begleitung des Prozesses und wir können rechtzeitig auf Veränderungen reagieren.

Sollte uns nicht gelingen, ein gutes Verhältnis herzustellen, dann bin ich mir nicht zu schade, Ihnen möglichst viele alternative Wege aufzuzeigen und Sie bei einer Auswahl zu unterstützen.

 

Quellen:

Duncan, Miller, Wampold & Hubble 2010; Smith & Glass 1977; Wampold 2001

Scott D.Miller: Feedback informed Treatment (FIT) – Improving the Outcome of Psychotherapy

International Center for Clinical Excellence